Warum kümmert es niemanden, wenn Jungen in der Schule versagen und Männer mittleren Alters Selbstmord begehen?

Übersetzung des Artikels von Martin Daubney, The Telegraph / UK, 30.10.2015
Quelle: http://www.telegraph.co.uk/men/thinking-man/11966292/Why-does-no-one-care-when-boys-fail-at-school-and-middle-aged-men-kill-themselves.html

Weiße Jungen fallen weiter in der Schule zurück und die Anzahl von Männern mittleren Alters, die sich umbringen steigt ungebrochen, dennoch werden Männerbelange weiterhin ins Lächerliche gezogen, so Martin Daubney.

Eine neue Studie offenbart, dass sich in Großbritannien mehr Männer mitlleren Alters als vor 7 Jahren das Leben nehmen.

Eine neue Studie offenbart, dass sich in Großbritannien mehr Männer mitlleren Alters als vor 7 Jahren das Leben nehmen.

An einem stürmischen Tag im letzten Februar sah ich einigen meiner einst rabiaten Kumpel zu, wie sie über ein sumpfiges Feld in der Nähe von Brighton schwankten, um einen aus Korb geflochtenen Sarg nach drinnen zu tragen, in dem mein Freund Nobby lag.
Nobby – schön, einfühlsam und immer ein Lächeln auf den Lippen war von uns gegangen. Der kaum vierzigjährige, verheiratet, Vater dreier Kinder und Lehrassistent hatte schon lange Zeit an Depressionen gelitten und eines Abends entschied er, dass er es nicht mehr ertragen konnte.
Für uns, die wir zurückblieben, war es ein Weckruf. Die düstere Wirklichkeit männlicher Selbstmorde hatte mich bis dahin glücklicherweise nicht betroffen. Aber als ich anfing darüber zu reden, stellte sich schnell heraus, dass dieser düstere Nebel fast jeden meiner Freunde und Bekannten umfing. Tragischerweise sind die Zahlen steigend. Diese Woche gab die Kommission für Gleichstellung und Menschenrechte einen Bericht heraus, der zwei gruselige Tatsachen enthielt. Zum Einen ist die Anzahl der Männer in den Vierzigern, die Selbstmord begehen, in den letzten fünf Jahren um 40% gestiegen.
Diese Bekanntmachung folgte nur wenige Tage auf die fesselnd ehrliche BBC3 Sendung Suicide and Me (Selbstmord und ich), in der der rappende Professor Green die stille Epidemie des männlichen Selbstmordes untersuchte und unter Tränen sein Herz über den Selbstmord seines Vaters ausschüttete.

Die zweite düstere Erkenntnis war, dass weiße Jungen aus der Arbeiterklasse nicht nur die Leistungsschächsten sind, sondern hinter allen anderen Bildunsggruppen weiter zurückfallen. Auf jeder Bildungsstufe übertreffen Mädchen mittlerweile Jungen und zu unserer ewigen Schande schneiden weiße Jungen aus ärmlichen Verhältnissen von allen ethnischen Gruppen am schlechtesten ab.
Nur 28,3% der weißen Jungen, denen kostenloses Schulessen zusteht, erreichen mindestens fünf GCSEs im Notenbereich von A bis C (1 bis 3 nach deutschem System). Im Gegensatz dazu schneiden chinesische Schüler, unabhängig vom Vermögen der Eltern überdurchschnittlich gut ab. Ganze 76,8% der chinesischen Schüler, die kostenloses Schulessen bekommen, erreichen diese GCSE Schwelle.

Nur 26% der weißen Jungen, die ein Anrecht auf kostenloses Schulessen haben, erreichen 5 GCSEs im Bereich A bis C

Nur 26% der weißen Jungen, die ein Anrecht auf kostenloses Schulessen haben, erreichen 5 GCSEs im Bereich A bis C

Viele von uns schreiben schon länger über das katastrophal geringe Bildunsgniveau weißer armer Jungen und trotzdem hat es bisher keine behördlichen Untersuchungen gegeben und es wurde auch keine Notfallexpertenkommission einberufen. Sattdessen wird, den von oberster Stelle kommenden Bestrebungen, mehr Mädchen in MINT Berufe zu bringen, zugejubelt. Aber das tragischste an der Sache ist: getan wird nichts, aber wenn wir Männer doch mal über diese Dinge sprechen, werden wir lächerlich gemacht, ignoriert oder sogar als Frauenfeinde bezeichnet, weil wir die Dreistigkeit besitzen uns für das Schulversagen von Jungen und den Tod von Männern zu interessieren.
Diese Woche hatte der konservative Abgeordnete des Wahlkreises Shipley doch das Kreuz im Unterhaus den Vorschlag zu machen, dass am Internationalen Männertag, dem 19. November eine Debatte um Ernst zu nehmende Männerbelange wie Selbstmord und die Bildungskrise der Jungen geführt wird.

Der Vorschlag wurde jedoch von dem Backbench Business Committee (Wirtschaftsausschuss der Hinterbänkler) nicht nur abgelehnt, sondern von der Labour Abgeordneten Jess Philips, die unverhohlen kindisch lachte und Grimassen schnitt, während Herr Davies sprach, unverblümt verspottet.

Abgeordnete Philip Davies and Jess Phillips

Abgeordnete Philip Davies and Jess Phillips

Sie spöttelte: „Bitte entschuldigen Sie mein Gelächter, aber als einzige Frau in diesem Ausschuss erscheint mir jeder Tag als Männertag“.
Dieser Vorfall wurde hervorragend kommentiert von Glen Poole, dem Organisator des Internationalen Männertages im Vereinigten Königreich und Mitwirkenden von InsideMen. Seine Kritik fand starken Anklang bei den Lesern des Telegraph. In der Tat zeigte eine Umfrage zu dem Artikel, dass 97% Davies Forderung nach einer Diskussion zu Männerbelangen unterstützen.
Als ich jedoch diese ermunternden Neuigkeiten twitterte, erwiderte die Essex Feminist Collective: „Ich melde mich wieder bei Ihnen, wenn ich mit Lachen fertig bin“. Wir müssen daraus unweigerlich schlussfolgern, dass männliches Leid für einige Frauen als Grundlage für Späße dient. Warum?
Woher kommt es, dass Abgeordnete wie Ms Philips, die Essex Feminist Collective und Konsorten die Vorstellung von Männerrechten wahlweise wahnsinnig komisch, lächerlich oder frauenfeindlich finden? Wovor haben sie Angst?

Diese kindische „Ihr hattet jahrhundertelang Privilegien. Pech gehabt, wenn es euch jetzt schlecht geht“ Haltung ist schädlich, vergiftend und zunehmend einfach nur unmenschlich. Außerdem treibt es die Geschlechter auseinander, wenn wir doch zusammen halten sollten, um uns Ungerechtigkeiten zuzuwenden anstatt diese lächerlichen Vergeltungsspielchen zu treiben. Heutige Geschlechterpolitik entwickelt sich immer mehr zu einem erschöpfendem Wettkampf in der Unterdrückungsolympiade.
Als ich früher in diesem Jahr darauf aufmerksam machte, dass der einzigen Wohltätigkeitsorganisation für vergewaltigte Männer die Gelder gestrichen wurden, war eine typische Reaktion: „aber es werden mehr Frauen als Männer vergewaltigt und sowieso werden diese Männer ja von Männern vergewaltigt“.
Aber trotz dieser allgemeinen Stimmungslage oder grade deswegen kommen langsam, über entscheidende Plattformen wie Telegraph Men, Männer zusammen, denen das Wohl anderer Männer am Herzen liegt. Wir finden unsere Stimme und der Bericht der Kommisson für Gleichstellung und Menschenrechte sollte unsere Entschlossenheit verstärken.
Wir sind es unseren in der Schule scheiternden Jungen schuldig. Ich bin es liebenden, verletzlichen Männern, wie meinem Kumpel Nobby schuldig. Wie viele Männer und Jungen müssen wir noch begraben? Wie vielen noch zusehen wie sie in der Schule versagen und sich mit einem Leben als ewig Letzten abfinden bevor Männerbelange endlich die Aufmerksamkeit bekommen, die sie so dringend verdienen.

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